Reisen mit Medikamenten
Wenn du nach Kanada reist und regelmäßig Medikamente einnimmst, solltest du dich rechtzeitig informieren. Kanada hat klare Vorschriften zur Mitnahme von Arzneimitteln.
Reisen mit Medikamenten nach Kanada – wichtige Regeln und Tipps
Die Informationen sind aus dieser offiziellen Quelle > hier < entnommen
Medikamente für deine Packliste
- Persönliche verschreibungspflichtige Medikamente (genug für die gesamte Reise)
- Erste-Hilfe-Set (Pflaster, Schmerzmittel, Desinfektion)
- Reiseapotheke (z.B. gegen Magenprobleme, Erkältung, Allergien) >> Hier eine Liste vom ADAC
In Kanada ist es in der Regel kein Problem, gängige, nicht verschreibungspflichtige Medikamente zu bekommen.
Sogar die Supermärkte haben eine eigene „Pharmacy“-Abteilung, die von einem Apotheker betreut wird. Dort lassen sich typische Medikamente des Alltags schnell und unkompliziert kaufen. Du wirst überrascht sein, welche Produkte in Kanada rezeptfrei erhältlich sind.
Was zählt eigentlich als Medikament?
Zur Kategorie “Medikamente” zählen alle:
- rezeptfreie Medikamente
- (z. B. Schmerztabletten und Hustenmittel)
- verschreibungspflichtige Medikamente
- (z. B. Antibiotika, Pille)
- Nahrungsergänzungsmittel und homöopathische Produkte
- (z. B. Vitamine, Mineralstoffe, pflanzliche Heilmittel und homöopathische Arzneimittel)
- Medizinprodukte für den menschlichen Gebrauch
- (z. B. Thermometer, Kontaktlinsen, Blutdruckmessgeräte, Diabetes-Teststreifen, Kondome)
Allgemeine Regelungen für Kanada
Persönlicher Bedarf:
Medikamente dürfen grundsätzlich nur für den eigenen, persönlichen Gebrauch eingeführt werden. Die Mitnahme für Verwandte, Freunde oder andere Personen vor Ort ist streng verboten.
Mengenbegrenzung:
Reisende dürfen einen Vorrat für bis zu 90 Tage mitbringen. Dieser 90-Tage-Vorrat muss in der Regel nicht deklariert werden, da es sich um eine erlaubte Mitnahme handelt.
Originalverpackung:
Medikamente sollten in der Originalverpackung transportiert werden, auf der der Wirkstoff eindeutig ersichtlich ist.
Für längere Aufenthalte:
Wenn du länger als 90 Tage in Kanada bleibst, hast du zwei Möglichkeiten: Entweder du suchst vor Ort einen kanadischen Arzt auf, um ein neues Rezept zu erhalten, oder du lässt dir die nächste 90-Tage-Dosis aus deinem Heimatland per Post zuschicken.
Tipp: Falls du von der 90-Tage-Beschränkung betroffen bist, kannst du versuchen, eine Genehmigung zu beantragen, um eine größere Menge für den persönlichen Gebrauch nach Kanada mitzunehmen.
Eine Genehmigung ist nicht garantiert, aber einen Versuch wert. Dazu musst du eine E-Mail an die zuständige Behörde senden und um Erlaubnis bitten. Die erteilte Genehmigung solltest du ausdrucken und als Nachweis bei der Einreise nach Kanada mitführen.
Email: exemption@hc-sc.gc.ca
Kann ich mehr mitbringen, wenn ich ein Attest vom Arzt habe?
Nein, ein ärztliches Attest erlaubt dir nicht automatisch, mehr mitzunehmen.
Für die Einfuhr nach Kanada gelten feste Regeln. Ein Attest kann zwar helfen, die Notwendigkeit der Medikamente zu belegen, es erhöht aber nicht die erlaubte Menge.
Die einzige Ausnahmeerlaubnis für mehr als 90 Tage Medikamente kann nur die kanadische Regierung erteilen.
Wie funktioniert der Versand per Post?
Deine Familie sollte dem Paket folgende Dokumente beilegen:
- Eine Kopie deines Reisepasses
- Falls du in Kanada studierst oder arbeitest: zusätzlich eine Kopie deines Studenten- oder Arbeitsvisums
Auch per Post versandte Medikamente müssen den kanadischen Einfuhrbestimmungen entsprechen und können vom Zoll kontrolliert werden.
Wichtig bei Medikamenten, die Rauschmittel und Betäubungsmittel enthalten:
Kontrollierte Substanzen sind Medikamente, die in Kanada besonders streng geregelt sind. Sie fallen in drei Gruppen:
1. Betäubungsmittel
Starke Schmerzmittel wie Morphin, Oxycodon, Methadon und Hydromorphon.
2. Kontrollierte Arzneimittel
Dazu gehören unter anderem Amphetamine, anabole Steroide sowie bestimmte Beruhigungs- und Schlafmittel wie Barbiturate und Pentobarbital.
3. Zielgerichtete Substanzen
Das sind vor allem starke Beruhigungs- und Schlafmittel wie Zolpidem, Lorazepam und Alprazolam.
Betäubungsmittel + Kontrollierte Arzneimittel:
- Maximale Dosis zur Einfuhr erlaubt: 30 Tage
- Diese müssen bei der Einreise immer deklariert werden.
- Man darf sich nichts per Post nachschicken lassen.
- Wenn man länger als 30 Tage in Kanada ist, muss man zu einem Arzt in Kanada, um mehr verschrieben zu bekommen.
- Neue Untersuchungen sind eventuell nötig, für die keine Krankenversicherung zahlt.
Zielgerichtete Substanzen (targeted substance):
- Maximale Dosis zur Einfuhr erlaubt: 90 Tage
- Diese müssen bei der Einreise immer deklariert werden.
Tipps für Medikamente, die verschreibungspflichtig sind:
- Rezept vom Arzt oder eine ärztliche Bestätigung (z. B. ADAC-Formular) mitnehmen
- Immer im Handgepäck transportieren, falls der Koffer verspätet ankommt oder verloren geht
- Druckversion von E-Rezepten mitnehmen – Kanada akzeptiert keine elektronischen Rezepte
- Originalverpackung unbedingt behalten
- die Grenzbehörden sind keine Apotheker,
- und für Ärzte in Kanada ist es einfacher, die gleichen Inhaltsstoffe zu verschreiben, falls Ersatz benötigt wird
- Erstelle eine Notfallliste mit Medikamenten, Wirkstoffen, Dosierungen, Allergien, Gesundheitszustand, Notfallkontakten und deinem Hausarzt. Das kann bei einem plötzlichen Ernstfall lebensrettend sein.
Nimm eine Wochenration deiner Medikamente ins Handgepäck mit. So bist du abgesichert, falls dein Koffer verspätet ankommt und nachgeliefert werden muss.
Wenn du viele Medikamente hast und die Originalverpackungen zu viel Platz einnehmen, kannst du clever packen, aber behalte die Originalverpackungen für verschreibungspflichtige Medikamente.
Lieber ein paar T-Shirts oder andere Kleidungsstücke zu Hause lassen, um Platz zu schaffen, als in Kanada von Arzt zu Arzt zu rennen, um Ersatz zu bekommen.
Kann ich meine Medikamente nur in den Blisters mitnehmen?
Es wird davon abgeraten, Medikamente nur in Blisterverpackungen mitzunehmen. Auf vielen Blistern steht der Name des Medikaments nicht eindeutig drauf, was bei Kontrollen zu Problemen führen kann.
Wenn nicht klar nachgewiesen werden kann, um welche Substanz es sich handelt, besteht das Risiko, dass die Medikamente von den Behörden einbehalten werden.
Noch problematischer sind lose Tabletten oder in andere Behälter umgefüllte Pillen, da sie bei Kontrollen nicht eindeutig identifiziert werden können.
Ohne Originalverpackung fehlt der Nachweis, um welches Medikament es sich handelt oder welcher Wirkstoff enthalten ist. Das kann zur Konfiszierung führen.
Das ist besonders ärgerlich, wenn man in Kanada vor Ort alles neu besorgen oder ersetzen muss, was oft zeitaufwendig und teuer ist.
Kann ich meine Vitamintabletten auch in den Koffer packen?
Ja, Vitamintabletten darfst du problemlos im Koffer (aufgegebenes Gepäck) mitnehmen. Falls du die Vitamine täglich brauchst, wäre es praktischer, diese ins Handgepäck zu tun – falls der Koffer verspätet ankommt.
Verschreibungspflichtige Medikamente solltest du grundsätzlich im Handgepäck transportieren, da eine Ersatzbeschaffung im Ausland deutlich schwieriger wäre, wenn das Gepäck verloren geht.
Was ist mit Proteinpulver?
Proteinpulver darf in der Regel problemlos eingeführt werden, solange es für den persönlichen Gebrauch bestimmt ist.
Allerdings ist die kanadische Grenzbehörde bei Pulvern besonders aufmerksam, da sich deren Inhalt optisch nicht eindeutig erkennen lässt und sie äußerlich anderen Stoffen ähneln können, zum Beispiel weißes Pulver: Kokain.
Deshalb ganz wichtig: Nicht umfüllen, sondern in Originalverpackung mitführen.
Sicherheitskontrolle ersetzt keine Zollprüfung
Die Sicherheitskontrolle am Abflughafen und der kanadische Zoll sind zwei verschiedene Stellen.
- Die Sicherheitskontrolle ist nur für die Flugsicherheit zuständig und entfernt nur Gegenstände, die im Handgepäck nicht erlaubt sind.
- Der kanadische Zoll kontrolliert die Einfuhr ins Land und kann Waren, z. B. Medikamente, einbehalten, wenn sie nicht korrekt deklariert sind oder nicht klar erkennbar ist, was es ist.
Das bedeutet für dich: Nur weil du Medikamente bei der Sicherheitskontrolle im klaren Beutel vorzeigst, heißt das nicht automatisch, dass du damit auch die Einfuhrbestimmungen in Kanada erfüllst.
Die Sicherheitskontrolle prüft nur, was du ins Flugzeug mitnehmen darfst – der kanadische Zoll entscheidet dagegen, was du ins Land einführen darfst.
Was du bei der Sicherheitskontrolle am Flughafen beachten solltest
- Flüssige oder gelartige Medikamente (z. B. Insulin oder Augentropfen) dürfen in größeren Mengen als 100 ml im Handgepäck mitgeführt werden und unterliegen somit nicht den üblichen Flüssigkeitsbeschränkungen. Sie müssen sich jedoch in den Originalbehältern mit Apothekenaufkleber befinden und dem Sicherheitspersonal deutlich gezeigt werden. >>hier die Info von der kanadischen Flughafen Security
- Medikamente, die gekühlt werden müssen, dürfen ebenfalls mitgenommen werden. Dafür kannst du Kühlakkus oder isolierte Behälter verwenden. Auch diese sollten bei der Sicherheitskontrolle separat vorgezeigt werden.
Medikamente zu Hause vergessen?
- Falls nötig, kann dir eine vertraute Person oder jemand mit Zugang zu deiner Wohnung die Medikamente per Overnight-Express zuschicken, zum Beispiel über FedEx oder UPS.
- Am Urlaubsort kannst du einen Arzt (in einer “Walk In Clinic”) aufsuchen, um dir ein neues Rezept ausstellen zu lassen.
- Falls du ADAC Plus- oder Premium-Mitglied bist, kannst du zusätzlich den ADAC Ambulanz-Service in Anspruch nehmen.
Ich lese überall in den Facebook-Gruppen oder Foren, dass sie mehr mitgenommen haben.
In anderen Worten: „Ich habe 6 Monate Medikamente mitgebracht, es hat niemand kontrolliert und ich bin mit illegalem Medikamentenschmuggel davongekommen.“
Bei wichtigen Medikamenten solltest du dich nicht auf Social-Media-Erfahrungen verlassen. Aussagen wie „bei mir gab es nie Probleme“ ändern nichts an den offiziellen Regeln und auch nicht am Risiko, im Ernstfall ohne Medikamente in Kanada dazustehen.
Auch wenn manche Reisende berichten, dass sie größere Mengen mitgenommen haben und nicht kontrolliert wurden, bleibt das illegal. Es ist deine Entscheidung, inwieweit du gegen die Einfuhrgesetze verstoßen möchtest – die rechtlichen Konsequenzen trägst in diesem Fall ausschließlich du selbst.
Jeder ist selbst dafür verantwortlich, was bei der Einreise passiert und ob Medikamente eventuell einbehalten werden.
Reisen nach Kanada mit medizinischem Cannabis – was ist erlaubt?
In Kanada ist die Einfuhr von Cannabisprodukten ohne eine spezielle Genehmigung von Health Canada illegal. Dies gilt unabhängig davon, ob es sich um medizinisches Cannabis, CBD-Produkte oder andere cannabisbasierte Produkte handelt.
Es gibt als Besucher keine Ausnahmegenehmigung für die Einfuhr von Cannabisprodukten nach Kanada, egal ob für medizinische oder private Zwecke.
Beachte zusätzlich: Auch Medikamente, die in Kanada legal sind, können im Zielland illegal oder stark reguliert sein. Überprüfe deshalb vorab die Gesetze des Landes, in das du reist (z. B. über die Reisehinweise des Auswärtigen Amtes oder die Botschaft).
z.B. bei der Weiterreise aus Kanada in die USA musst du die Reisebestimmungen erneut prüfen. Auch wenn es sich nur um einen Tagestrip handelt.
Die >> kanadische Grenzschutzbehörde (CBSA) und Health Canada betonen, dass die illegale Einfuhr von Cannabisprodukten schwerwiegende strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen kann. Dazu gehören mögliche Geldstrafen, Beschlagnahmungen, Verhaftung und sogar strafrechtliche Verfolgung.
Kann ich nie nach Kanada reisen, wenn ich medizinisches Marihuana nutze?
Nein — das heißt nicht, dass du nicht nach Kanada reisen kannst.
Es heißt nur: Du darfst kein medizinisches Cannabis nach Kanada mitbringen.
Wenn du selbst medizinisches Marihuana nutzt, hast du zwei realistische Optionen:
1. Du reist ohne dein Cannabis ein
Du lässt dein medizinisches Cannabis im Heimatland und klärst vorher mit deinem Arzt, wie du die Zeit überbrückst.
2. Du lässt dir in Kanada eine medizinische Bewertung machen
In Kanada kann ein Arzt (unter bestimmten Bedingungen) entscheiden, ob du dort Cannabis medizinisch verschrieben bekommst. Das ist aber nicht garantiert und kann je nach Provinz unterschiedlich ablaufen.
Wichtig: Kanada hat ein legales Cannabis-System, aber Einfuhr aus dem Ausland ist unabhängig davon verboten.
Kurz gesagt: Du kannst nach Kanada reisen, aber dein eigenes medizinisches Cannabis darf nicht mit über die Grenze.