Herbst im Westen Kanadas
Wir leben seit vielen Jahren in Kanada und haben schon viele Roadtrips zu unterschiedlichen Jahreszeiten gemacht.
Für uns persönlich gibt es nur eine absolute Lieblingszeit: September – und zwar nach dem Labour Day.
Der Labour Day ist immer am ersten Montag im September.
Ungefähr drei Wochen lang finden wir die Bedingungen perfekt: Der Sommer ist noch da, aber langsam kehrt Ruhe ein. Die Temperaturen werden angenehmer und die Natur zeigt sich noch einmal von ihrer schönsten Seite.
Kein typischer Indian Summer wie im Osten Kanadas
Kleiner Hinweis schon vorweg: Wenn Du beim Herbst in Kanada an den berühmten Indian Summer mit leuchtend roten, orangen und gelben Wäldern denkst, wirst Du in den Rockies überrascht sein. Einen typischen Indian Summer wie im Osten gibt es hier nicht.
Der Westen Kanadas ist vor allem von immergrünen Nadelwäldern geprägt. Dafür färben sich die Espen wunderschön gelb und bilden zusammen mit den Bergen eine ganz besondere Herbstlandschaft.
Waterton Park, Anfang Oktober
Warum wir so gerne im September in Kanada reisen: Vorteile
Weniger Menschen unterwegs
Einer der größten Vorteile: Die Schulferien sind vorbei.
Viele Familien sind wieder zu Hause und die Kinder gehen wieder zur Schule. Dadurch sind auf den Straßen, in den Nationalparks und an vielen Sehenswürdigkeiten deutlich weniger Familien unterwegs als im Juli und August.
Das bedeutet allerdings nicht, dass überall automatisch Ruhe herrscht. Gerade an beliebten Orten kann es weiterhin sehr voll werden – dazu später mehr bei der berühmten Larch Season rund um Lake Louise.
Wohnmobile sind günstiger
Ein weiterer Vorteil einer Reise im September: Die Preise können günstiger werden.
Nach den Sommerferien endet langsam die Hauptsaison. Dadurch sind Wohnmobile günstiger zu mieten als im Juli oder August. Unten findest Du einen Preisvergleich für ein Wohnmobil von Fraserway über CamperDays.
2 Wochen im August: 3.662 Euro
2 Wochen im September: 2.911 Euro
Auch Hotels sind günstiger
Auch bei Hotels kannst Du außerhalb der absoluten Hochsaison oft bessere Preise finden.
Es gibt in Kanada viele schöne Airbnb-Unterkünfte und unzählige Hütten und Cabins, die Du für eine oder mehrere Nächte mieten kannst. Gerade im Herbst ist es herrlich, es sich dort gemütlich und kuschelig zu machen.
Durch die beginnende Nebensaison sind die Preise im September besonders angenehm.
Auf dem Foto siehst Du das Twin Peaks Resort bei Valemount. Für den 23. September haben wir umgerechnet 105 Euro pro Nacht für die gesamte Holzhütte bezahlt.
Eine weitere Unterkunft ist z.B. die Wells Gray Ranch (im Wells Gray Park). Die Hütte verfügt über eine Veranda mit Blick auf die Pferdekoppel. Das Frühstück wird im urigen Saloon eingenommen. Wer das Abendessen dazubucht, sitzt an Tischen im Stil alter Pferdewaggons – eine besondere Atmosphäre, die gut zur Ranch passt.






Die Seen und Flüsse sind immer noch wunderschön
Viele Menschen denken bei Kanada sofort an die Sommermonate.
Du musst aber nicht unbedingt im Juli oder August reisen, um diese beeindruckende Landschaft zu erleben. Die Berge sind noch da und im September die Seen und Flüsse noch türkis.




Endlich weniger Moskitos!
Das ist für uns persönlich ein riesiger Vorteil. Wer im Sommer schon einmal in Kanada gecampt hat, kennt das Problem: Moskitos!
Besonders abends auf dem Campingplatz oder beim Wandern können sie extrem lästig sein.
Im September wird es langsam kühler und die Moskito-Saison ist in vielen Regionen weitgehend vorbei. Endlich kannst Du wieder draußen sitzen, ohne ständig nach den kleinen Biestern zu schlagen.
Angenehmere Temperaturen zum Wandern
Im Hochsommer kann es in Kanada auch sehr heiß werden. Gerade beim Wandern in der Sonne können hohe Temperaturen anstrengend sein.
Im September sind die Temperaturen deutlich angenehmer. Du kannst wandern, ohne einen Hitzeschlag zu riskieren. 😄
Tagsüber liegen die Temperaturen im Durchschnitt ungefähr bei 10 bis 20 Grad. An sonnigen Tagen können aber auch im September noch 25 Grad oder mehr erreicht werden.
Noch ein kleiner Wetterunterschied zu Europa: Die Rockies haben ein vergleichsweise trockenes Klima. Gerade an sonnigen Tagen kann sich die Temperatur deshalb deutlich angenehmer anfühlen, als man es vom Thermometer erwarten würde.
15 Grad und strahlender Sonnenschein können sich in den Rockies durchaus angenehm warm wie 20 Grad anfühlen. Sobald die Sonne weg ist oder ein kalter Wind aufkommt, merkt man allerdings schnell, dass es trotzdem nur 15 Grad sind.
Klarere Luft, wenn die Waldbrandsaison nachlässt
Der Sommer in Kanada kann leider auch Waldbrandsaison bedeuten. Gerade Juli und August sind oft besonders aktiv und können manchmal ziemlich verraucht sein.
Aber im September, wenn die Waldbrandgefahr im Laufe des Herbstes nachlässt, wird die Luft wieder klarer und die Sicht auf die Berge besser. Nichts ist schöner, als einen klaren, blauen Himmel und freie Sicht auf die Berggipfel.
Natürlich kann es auch im September weiterhin Waldbrände geben. Die Situation kann sich jederzeit ändern und hängt stark vom Wetter ab. Aus unserer Erfahrung aus den letzten 15 Jahren lässt die Waldbrandaktivität aber bereits Anfang September langsam nach.
Upper Kananaskis Lake, Mitte September
Kein Fire Ban mehr: Lagerfeuer und Grillen wieder erlaubt
Im Sommer gibt es in vielen Regionen aufgrund der Trockenheit Fire Bans.
Das bedeutet, dass Lagerfeuer verboten sind.
Wenn die Temperaturen im Herbst sinken und die Waldbrandgefahr nachlässt, werden Fire Bans nach und nach wieder aufgehoben.
Dann kannst Du hoffentlich wieder öfter:
- am Lagerfeuer sitzen,
- Marshmallows rösten,
- draußen grillen,
- und die langen Abende auf dem Campingplatz genießen.
Natürlich solltest Du immer die aktuellen Regeln der jeweiligen Region überprüfen, denn Fire Bans können sich jederzeit ändern.
Auch die Bären sind noch unterwegs
Im September sind die Bären weiterhin sehr aktiv.
Sie fressen sich für den bevorstehenden Winter noch einmal ordentlich Reserven an und sind besonders in den Tälern unterwegs, wo sie unter anderem Beeren finden.
Wir lieben es, unterwegs Wildtiere zu beobachten. Aber natürlich gilt immer: Abstand halten und die Tiere nicht stören.
Gerade wenn Du wanderst, solltest Du aufmerksam sein und die Empfehlungen der Nationalparks beachten.
Das Foto entstand aus sicherer Entfernung mit einem langen Teleobjektiv.
Die berühmte Larch Season rund um Lake Louise
Mitte bis Ende September beginnt rund um Lake Louise eine ganz besondere Zeit: die Larch Season.
Die Lärchen sind etwas Besonderes, denn obwohl sie zu den Nadelbäumen gehören, werfen sie im Herbst ihre Nadeln ab. Bevor es soweit ist, färben sich die Nadeln für kurze Zeit leuchtend gelb bis goldfarben.
Zusammen mit den Bergen, den ersten Schneefeldern und den türkisblauen Seen entsteht eine unglaubliche Herbstlandschaft. Besonders schön ist der Kontrast zwischen den goldgelben Lärchen und den immergrünen Nadelwäldern.
Aber Achtung: Gerade deshalb wird es in der Gegend um Lake Louise wieder extrem voll!
Der Andrang kann teilweise sogar größer sein als in der normalen Hochsaison im Juli und August. Besonders die bekannten Wanderwege, wie zum Beispiel ins Larch Valley, sind dann sehr beliebt.
>> Hier findest Du andere beliebte Wanderwege zu den “Larches”.
Campingplatz möglichst reservieren
Wenn Du in der Gegend um Lake Louise campen möchtest, solltest Du versuchen, Deinen Campingplatz frühzeitig zu reservieren. Gerade während der Larch Season kann die Nachfrage sehr hoch sein.
Moraine Lake Shuttle rechtzeitig buchen
Auch für den Moraine Lake solltest Du gut planen.
>> Hier findest Du mehr Infos zum Moraine Lake Shuttle System von Parks Canada
Der Shuttle ist besonders während der Larch Season sehr gefragt. Tausende Wanderer kommen in die Region, weil einige der bekanntesten Wanderungen dort starten. Eine besonders beliebte Wanderung führt zum Larch Valley.






Camping in den Rockies im September und Oktober
Wunderschön, aber nicht ohne Nachteile
September: Noch Campingwetter, aber schon Herbst
Wenn Dir herbstliches Wetter, die ersten Schneeflocken und kältere Nächte nichts ausmachen, ist der September eine wunderschöne Reisezeit für eine Wohnmobilreise.
Die Rockies zeigen sich jetzt von einer ganz anderen Seite: Die ersten Gipfel bekommen eine Schneedecke, während sich zwischen den immergrünen Nadelbäumen die ersten goldenen Herbstfarben zeigen.
Aber Du musst wissen: Camping wird jetzt deutlich anspruchsvoller.
Oktober: Für Frostbeulen wird Campen ungemütlich
Persönlich finde ich den Oktober etwas zu spät zum Campen. Ich bin eine Frostbeule. 😄
Wenn man abends nur noch mit dicker Jacke am Lagerfeuer sitzen kann, macht mir Camping persönlich keinen Spaß mehr.
Für eine Reise im Oktober würde ich deshalb eher einen Mietwagen mit Hotelübernachtungen empfehlen. So kannst Du die herbstliche Landschaft weiterhin genießen, ohne nachts im kalten Wohnmobil zu schlafen.
Achtung: Wohnmobile werden im Oktober winterfest gemacht
Ein wichtiger Punkt für alle Wohnmobil-Reisenden:
Ab Oktober werden viele Wohnmobile für die Rockies winterized, also winterfest gemacht. Das bedeutet, dass das Wassersystem außer Betrieb genommen wird, damit die Leitungen bei Frost nicht einfrieren.
Je nach Wohnmobil kann das bedeuten:
- keine Dusche,
- keine Toilette,
- keine Spüle,
- und kein fließendes Wasser.
Wenn Du Ende September oder im Oktober mit einem Wohnmobil unterwegs bist, solltest Du unbedingt vorher nachfragen, ob und wann das Fahrzeug winterized wird.
Kalte Nächte: Stromanschluss wird wichtig
Wenn Du im Herbst in den Rockies campst, solltest Du möglichst Campingplätze mit Stromanschluss wählen.
Die Heizung im Wohnmobil läuft zwar mit Propan, aber das Gebläse benötigt Strom aus der Hausbatterie. Und gerade das Gebläse kann ordentlich Strom verbrauchen.
Wenn es nachts sehr kalt ist und die Heizung über viele Stunden laufen muss, kann die Hausbatterie deshalb schnell an ihre Grenzen kommen.
Generator als Alternative
Wenn Du keinen Stromanschluss hast, kannst Du den eingebauten Generator nutzen, um die Hausbatterie wieder aufzuladen.
Aber Achtung: Generatoren dürfen nur zu bestimmten Uhrzeiten morgens und abends betrieben werden. Du kannst den Generator also während der erlaubten Zeiten einschalten, um die Batterie zu laden. Nachts muss er aus sein.
- Banff Nationalpark: 9:00–10:30 Uhr und 17:00–19:00 Uhr
- Jasper Nationalpark: 8:00–10:00 Uhr und 17:00–19:00 Uhr
Gerade bei kalten Nächten würde ich deshalb in den Rockies möglichst einen Campingplatz mit Stromanschluss wählen.
Wichtig: In anderen Parks können die Generatorzeiten je nach Campground abweichen. Informiere Dich deshalb immer vor Ort bzw. auf der Website des jeweiligen Campgrounds über die aktuellen Regeln.
Viele Campgrounds schließen bereits im September
Ein weiterer wichtiger Punkt: Viele Campgrounds schließen bereits für die Saison.
Du hast also nicht mehr die gleiche Auswahl wie im Sommer. In den größeren Orten gibt es noch einige wenige Wintercampgrounds, aber unterwegs werden die Möglichkeiten deutlich weniger.
Besonders entlang des Icefields Parkway schließen viele Campgrounds bereits Mitte oder Ende September. Auch private Campgrounds entlang der Strecke machen nach und nach für die Saison zu. Einige wenige bleiben länger geöffnet, aber Du solltest Dich nicht darauf verlassen, spontan überall einen Platz zu finden.
Plane Deine Übernachtungen im Herbst deshalb etwas genauer als im Sommer. Wenn Du trotzdem spontan unterwegs sein möchtest, erstelle Dir am besten vorher eine Liste mit allen Campgrounds, die zu Deiner Reisezeit geöffnet haben. So sparst Du Dir jede Menge Zeit und Benzin, von einem geschlossenen Campground zum nächsten zu fahren.
Öffnungszeiten der Campgrounds prüfen
Bevor Du Deine Route planst, solltest Du immer die Öffnungszeiten der Campgrounds überprüfen.
Banff National Park:
Camping in Banff National Park
Jasper National Park:
Camping in Jasper National Park
Die Tage werden kürzer
Ein kleiner Nachteil im Herbst: Die Tage werden spürbar kürzer. Gerade Ende September solltest Du bei längeren Wanderungen etwas mehr auf die Uhr schauen. Was im Juli problemlos am Abend möglich ist, kann im September schon im Dunkeln enden.
Einige Attraktionen schließen nach Thanksgiving
Viele saisonale Attraktionen schließen nach dem kanadischen Thanksgiving-Wochenende, also nach dem zweiten Montag im Oktober.
Wenn Du Ende September oder im Oktober reist und bestimmte Attraktionen unbedingt besuchen möchtest, solltest Du vorher die Öffnungszeiten überprüfen.
Diese Straßen schließen im Herbst
Auch einige Straßen zu bekannten Sehenswürdigkeiten werden im Herbst für den Winter geschlossen – meist Ende September oder im Laufe des Oktobers. Dazu gehören unter anderem:
- Moraine Lake Road
- Takakkaw Falls Road im Yoho National Park
- Mount Edith Cavell Road bei Jasper
- Meadows in the Sky Parkway bei Revelstoke
Die genauen Schließungstermine können je nach Wetter und Schneeverhältnissen variieren.
Häufige Fragen zum Camping im Herbst
Wie kalt wird es im September und Oktober in den Rockies?
Tagsüber liegen die Temperaturen im Herbst oft zwischen 10 und 20 Grad. Ab Ende September können die Temperaturen nachts aber bereits unter den Gefrierpunkt fallen, besonders in den höheren Lagen der Rockies.
Du solltest im Herbst immer Kleidung für verschiedene Wetterlagen dabeihaben. Das Zwiebelprinzip funktioniert in Kanada besonders gut. Eine warme Jacke, Mütze und Handschuhe solltest Du vor allem morgens, abends und in höheren Lagen dabeihaben.
Die dicke Winterjacke kannst Du im September zu Hause lassen. Eine wärmere Softshelljacke reicht völlig aus und lässt sich gut mit mehreren Schichten kombinieren.
Wir sind oft früh am Morgen mit drei Kleidungsschichten und einem dünnen Schal gestartet – und waren mittags bereits im T-Shirt unterwegs.
Durchschnittstemperaturen im Westen Kanadas
Hier findest Du ein paar Beispiele für typische Orte entlang der südlichen Route Richtung Vancouver. So bekommst Du einen besseren Eindruck davon, wie sich die Temperaturen verändern, je weiter Du nach Westen reist.
September






Oktober






Beim Wetter musst Du in Kanada im Herbst auf alles vorbereitet sein.
Wir haben in Kanada im Herbst schon alles erlebt:
- Regen,
- strahlend blauen Himmel,
- +25 Grad,
- knietiefen Schnee
- und Minustemperaturen.
Schnee ist jetzt jederzeit möglich, besonders in den höheren Lagen.
So wie hier auf dem Bild: Als wir am 12. Oktober zum Peyto Lake hochgewandert sind, wurden wir mit einer Schneelandschaft überrascht.
Der Peyto Lake liegt auf etwa 2.100 Metern Höhe.
Aber die Aussicht am Ende des Wanderwegs war einfach atemberaubend!
Peyto Lake im Oktober
❄️ Schnee im September? Keine Sorge!
Schnee im September bleibt in den tieferen Lagen nicht lange liegen. Dieser schmilzt innerhalb von Stunden.
Wenn es zum Beispiel nachts schneit und Du morgens von einer weißen Schneedecke begrüßt wirst, kann davon gegen Mittag schon wieder kaum etwas zu sehen sein. Die Sonne kommt raus, die Temperaturen steigen – und der Schnee ist wieder weg.
Was ist, wenn es nachts unter null Grad fällt?
Minusgrade in der Nacht sind im September noch kein Grund zur Panik. Wenn es beispielsweise auf -2 °C abkühlt, sollte das dem Wassersystem des Wohnmobils nicht schaden. Die Tanks und die darin enthaltene Wassermenge sind groß genug, sodass das Wasser nicht innerhalb weniger Stunden komplett durchfriert.
Kritischer wird es bei deutlich stärkeren und länger anhaltenden Minusgraden, insbesondere wenn die Temperaturen nachts und auch tagsüber bei -10 °C oder darunter liegen.
Reisetipp: Wasserschlauch bei Minusgraden abschrauben
Wenn Du in den Rockies noch das Wassersystem hast, und nachts Minusgrade erwartet werden, solltest Du den Wasserschlauch vom Wohnmobil abschrauben.
Der Schlauch liegt draußen auf dem Boden und ist der Kälte direkt ausgesetzt. Dadurch kann das Wasser im Schlauch schnell gefrieren.
Das Wohnmobil selbst musst Du deswegen noch nicht winterfest machen. Winterizing wird normalerweise erst notwendig, wenn auch tagsüber dauerhaft Minustemperaturen herrschen.
Wie viele Tage kann ich im Herbst ohne Stromanschluss auskommen?
Das hängt davon ab, wie viel Strom Du verbrauchst. Im Sommer kannst Du mehrere Tage ohne Stromanschluss auskommen. Im Herbst benötigt die Heizung allerdings deutlich mehr Strom.
Wenn Du nachts die Heizung laufen lässt, kann die Batterie deshalb deutlich schneller leer werden.
Wenn Du mehrere Nächte hintereinander ohne Stromanschluss campen möchtest, solltest Du deshalb im Herbst den Ladezustand der Batterie im Auge behalten und möglichst einen Campingplatz mit Stromanschluss einplanen, wenn längere kalte Nächte vorhergesagt werden.
Eine leere Hausbatterie betrifft nicht nur die Heizung, sondern auch andere Geräte wie den Kühlschrank.
Aus eigener Erfahrung aus meiner Arbeit bei Wohnmobilvermietern rate ich Dir: Plane im Herbst bei kalten Nächten etwa jeden zweiten Tag einen Stromanschluss ein!
Auf wie viel Grad soll ich die Heizung nachts einschalten, um Strom zu sparen?
September ist Kuschelzeit! 😉 Das Gebläse der Heizung ist ziemlich laut. Wenn Du einen leichten Schlaf hast, kann es Dich nachts wach halten.
Viele machen es deshalb so: Vor dem Schlafengehen noch einmal kurz die Heizung an – und morgens schaltet der Erste, der aufsteht, die Heizung wieder ein.
Zum Frühstück kannst Du die Heizung auch etwas länger laufen lassen, denn:
- Du wirst danach wieder weiterfahren,
- das Solarpanel kann die Batterie wieder laden (wenn Dein Wohnmobil mit einem Solarpanel ausgestattet ist),
- und für die nächste Nacht hast Du wieder Strom.
Packtipp für den Koffer
Eine Wärmflasche ist im Herbst Gold wert! Fülle sie abends mit warmem Wasser und nimm sie mit ins Bett. Ein dünner Daunenschlafsack hält Dich zusätzlich warm – so kannst Du auch mal eine Nacht ohne Heizung gut überstehen.
Kann ich den Icefields Parkway im Herbst noch fahren?
Ja, Du kannst den Icefields Parkway auch im Herbst noch fahren. Diese Strecke ist ganzjährig geöffnet. Allerdings kann sich das Wetter in den Rockies zu dieser Jahreszeit schnell ändern.
Der erste Schnee und winterliche Fahrbedingungen sind jederzeit möglich, besonders in höheren Lagen. Deshalb solltest Du vor der Fahrt immer die aktuellen Straßen- und Wetterbedingungen prüfen.
>> 511 Alberta für Straßenbedingungen ist Deine Reisebibel.
Bis wann kann man im Herbst spätestens noch angenehm reisen?
Unsere Empfehlung: Spätestens Mitte Oktober, bevor es zu winterlich wird und wenn Du noch möglichst viel Herbst sehen möchtest. Je weiter der Oktober fortschreitet, desto mehr Bäume stehen in den Rockies ohne Blätter da und die Landschaft wirkt schon deutlich winterlicher.
Two Jack Lake, Mitte Oktober – die typische türkise Farbe des Sees ist kaum noch zu erkennen und eine leichte Schneeschicht bedeckt bereits die Bäume.
Die Gegend um Vancouver und Vancouver Island sind hier eine Ausnahme: Dort ist das Klima deutlich milder und der Herbst dauert länger. Auch im Oktober kannst Du dort noch angenehmere Temperaturen und viel herbstliche Landschaft erleben.
Stanley Park Ende Oktober
Aber auch Ende Oktober hat der Übergang vom Herbst zum Winter in den Rockies natürlich seinen ganz eigenen Reiz. Die Landschaft strahlt eine besondere Ruhe aus. Man spürt, wie die Natur langsam zur Ruhe kommt und sich auf den langen Winter vorbereitet. Der Winter in den Rockies ist allerdings ein Thema für einen anderen Beitrag. 😉
Bow Lake Ende Oktober – die typische Farbe des Sees ist bereits vollständig verschwunden, bevor er für den Winter zufriert.
Welche Richtung ist im Herbst besser?
Starte Deine Reise im Herbst in Calgary und beende sie in Vancouver, um gewissermaßen mit dem Herbst mitzureisen.
In den Rockies kann es gegen Ende September oder im Oktober bereits deutlich kälter werden und der erste Schnee fallen. Je weiter Du aber nach Westen reist, desto größer werden die Chancen auf milderes Wetter und einen längeren Herbst.
Und wenn Du schließlich Vancouver erreichst, kannst Du häufig noch deutlich mildere Temperaturen genießen als in den Rockies. So kannst Du auf einem Roadtrip von Calgary nach Vancouver den Herbst Schritt für Schritt begleiten – und gleichzeitig dem kalten Wetter ein Stück weit davonfahren.
Besonders gerne mögen wir im Herbst die Gegend rund um den Kootenay Lake, (Nelson, Kaslo und Nakusp). Dort hält sich das schöne Herbstwetter länger und die Landschaft zeigt sich von einer ganz besonderen Seite.
In vielen kleinen Ortschaften findest Du wunderschöne Ahornbäume, die einst von Siedlern angepflanzt wurden.
Wenn sich ihre Blätter im Herbst leuchtend rot und orange färben, findest Du hier tatsächlich ein bisschen von dem „Indian Summer“, den viele aus dem Osten Kanadas kennen.
Wir versuchen deshalb, einmal im Jahr in diese Gegend zu fahren.
Die folgenden Bilder sind Mitte Oktober um Nelson und Kaslo entstanden.








Unsere empfohlene Herbst-Route
Hier ist unsere Route, die wir Dir für eine Reise im Herbst empfehlen würden.
Calgary → Banff → Jasper → Lake Louise → Revelstoke → Nelson → Peachland → Manning Park → Vancouver
Der Abstecher nach Jasper muss für uns einfach sein – es lohnt sich! Auch wenn die Strecke dadurch etwas länger wird, gehört Jasper für uns unbedingt dazu.
Ja, auf dieser Route fährst Du den Icefields Parkway zweimal. Diese Strecke zwischen Lake Louise und Jasper ist vollgepackt mit Gletschern, türkisblauen Seen, Flüssen und unzähligen Wanderwegen.
Für uns ist er eine der schönsten Straßen der Welt und gerade im Herbst hat das einen zusätzlichen Vorteil: Du hast zwei Chancen, die Strecke bei schönem Wetter zu erleben.
Denn im Herbst kann das Wetter in den Rockies schnell umschlagen. Wenn es bei der ersten Fahrt gerade stürmt, regnet oder die Berge im Nebel verschwinden, hast Du bei der Rückfahrt vielleicht mehr Glück.
Die gesamte Route ist in drei Wochen perfekt machbar. So kannst Du Dir auf den einzelnen Strecken und vor Ort ausreichend Zeit nehmen und musst nicht ständig weiterfahren.
In zwei Wochen ist die Route ebenfalls zu schaffen, allerdings wird sie dann etwas straffer. Wenn Du gerne wanderst oder an einzelnen Orten länger bleiben möchtest, würden wir persönlich eher drei Wochen empfehlen.