Der erste Großeinkauf fürs Wohnmobil
Sobald du dein Wohnmobil übernommen hast, steht der erste Großeinkauf an. Dabei geht es nicht nur um Essen, sondern auch um ein paar Basics, die den Camper-Alltag leichter machen.
Mein Tipp: Wenn du dir schon zu Hause eine Lebensmittel-Liste schreibst, sparst du dir eine Menge Zeit in den riesigen kanadischen Supermärkten. Da jede Familie ihre eigenen Vorlieben hat, lasse ich die Lebensmittel bewusst außen vor.
Stattdessen hier die Camping-Basics, die du zusätzlich auf deine Liste setzen solltest:
Die Grill-Basics: Warum Alufolie oder Grillschalen sinnvoll sind
Ich empfehle, Fleisch und Gemüse nicht direkt auf den Grillrost zu legen.
Der Grund dafür ist das Beispiel aus meinem Foto von einem sehr beliebten Campground in den Rockies.
Viele öffentliche Grills in Kanada sind stark genutzt und wirken auf den ersten Blick nicht immer besonders einladend. Mit Alufolie oder Grillschalen hast du eine deutlich sauberere Oberfläche, vermeidest direkten Kontakt mit dem Rost und machst dir gleichzeitig das Putzen nach dem Essen viel einfacher.
Und ganz ehrlich: Wie soll man eine Bratwurst auf so einem Grill wie im Foto grillen, ohne dass sie ins Feuer fällt?
Frischwaren: Weniger ist mehr im Wohnmobil
Viele Wohnmobil-Kühlschränke sind kleiner als erwartet. Deshalb besser in kleinen Mengen einkaufen und regelmäßig frisch nachkaufen.
Gerade Anfänger neigen dazu, „für alle Fälle“ einzupacken. Erfahrungsgemäß braucht man unterwegs deutlich weniger als gedacht.
Vorher das Wohnmobil anschauen
Bevor du einkaufen gehst, solltest du dir das Wohnmobil einmal in Ruhe anschauen. Besonders wichtig sind:
- die Größe des Kühlschranks
- vorhandener Stauraum
- bereits enthaltene Ausstattung
Wenn du dein Wohnmobil über ein Reisebüro gebucht hast, ist oft schon mehr an Bord als gedacht. Die Fahrzeuge sind bereits mit Geschirr, Besteck und Kochutensilien ausgestattet.
Bei unserem Wohnmobil von Fraserway RV waren wir sogar überrascht, dass bereits Salz, Pfeffer und Spülmittel vorhanden waren. Ein kurzer Check vor dem Einkauf spart deshalb nicht nur Geld, sondern auch wertvollen Platz im Camper.
Gute Basics für unterwegs
Diese haltbaren Lebensmittel eignen sich ideal für den ersten Einkauf und lassen sich problemlos in Ober- oder Unterschränken verstauen:
- Nudeln
- Reis
- Kartoffeln
- Brot
- Konserven
- Kaffee oder Tee
- Gewürze
- Öl und Essig
Solche Lebensmittel sind praktisch, weil du nicht ständig einkaufen musst.
Wichtiger Tipp vom Profi
Offene Lebensmittel oder angebrochene Verpackungen solltest du möglichst nicht in den unteren Schränken verstauen. Gerade auf Campingplätzen können Mäuse schnell zum Problem werden.
Besser ist:
- Dosen, Flaschen und verschlossene Vorräte in die unteren Schubladen oder Fächer legen
- Lebensmittel in Tüten oder geöffnete Verpackungen in den oberen Schränken verstauen
So schützt du deine Vorräte besser und vermeidest unangenehme Überraschungen im Wohnmobil.
Wie viel Zeit sollte man für den ersten Einkauf fürs Wohnmobil einplanen?
Für den allerersten Einkauf lohnt es sich, ausreichend Zeit einzuplanen. Die meisten Wohnmobil-Neulinge unterschätzen, wie lange der erste Großeinkauf tatsächlich dauert.
Wenn du mit einer guten Einkaufsliste vorbereitet bist, solltest du für den Einkauf im Supermarkt etwa 2 Stunden einplanen.
Brauche ich Bargeld für den Einkauf im Supermarkt?
Nein, in Kanada kannst du ziemlich überall mit Kreditkarte bezahlen.
Bargeld ist nur selten nötig – z.B. auf kleineren Farmers’ Markets, bei manchen Food Trucks oder sehr ländlichen Ständen.
>> Etwas mehr Info findest du in diesem gesonderten Beitrag <<
Wo kaufe ich am besten ein?
Diese Supermärkte sind oft preislich attraktiv und gut für den Grundbedarf geeignet:
- No Frills
- Wal-Mart
- Real Canadian Superstore
Bessere Qualität & mehr Auswahl bei Frischwaren
Die folgenden etwas kleineren Supermärkte bieten deutlich bessere Qualität, besonders bei Grillfleisch.
- Safeway
- IGA
- Sobeys
- Save On Foods
Wir kaufen unser Grillfleisch gerne bei Sobeys, da es bei uns in der Nähe liegt und dort eine Fleischtheke mit frisch geschnittenem Fleisch angeboten wird.
Besonders praktisch finden wir auch die grillfertigen Spieße sowie bereits fertig gewürzte Gemüseschalen, die man direkt auf den Grill legen kann – ideal für unkomplizierte Abende am Wohnmobil.
Ein weiterer Pluspunkt bei Sobeys und Save-On-Foods ist das Brotangebot: Dort findet man unter anderem Körnerbrot und dunklere Brotsorten, die dem europäischen Geschmack deutlich näherkommen als das klassische Sandwichbrot.
Gibt es glutenfreies Brot in Kanada?
Ja, in Kanada gibt es mittlerweile in fast jedem größeren Supermarkt glutenfreies Brot. Besonders in Städten und touristischen Regionen ist die Auswahl oft überraschend gut.
Das Foto habe ich bei Sobeys im Kühlregal aufgenommen.
Dort findest du glutenfrei:
- Toastbrot
- Bagels
- Hamburger Buns
Interessant ist, dass glutenfreies Brot in Kanada häufig im Kühlschrank oder Kühlregal aufbewahrt wird. Dadurch bleibt es länger haltbar und trocknet nicht so schnell aus.
Allerdings gibt es ein paar Dinge zu beachten:
- Glutenfreies Brot ist in Kanada deutlich teurer als normales Brot.
- Viele Produkte werden tiefgekühlt verkauft.
- Die Kühltruhen befinden sich nicht direkt im Brot- und Backwarenbereich, sondern separat im Tiefkühl- oder Spezialkostbereich.
- Die Auswahl ist in kleinen Orten oder abgelegenen Regionen eingeschränkt.
Für Wohnmobil-Reisen durch ländliche Gegenden lohnt es sich deshalb, etwas Vorrat mitzunehmen oder frühzeitig nachzukaufen.
Da wir beim Thema Brot sind, eine kleine Abschweifung:
Das kanadische Brot ist anders: eher weich, mild und auf Sandwiches ausgelegt statt auf Kruste und Körner. Die meisten Brote enthalten zudem etwas mehr Zuckerzusatz, was den Geschmack etwas süßlicher macht.
In Kanada ist das Brotangebot insgesamt deutlich anders als in vielen europäischen Ländern. Knusprige Brötchen, Baguettes oder kräftiges Schwarzbrot ist weniger verbreitet.
Typisch ist also eher:
- weichere Sandwichbrote (Toast-Style)
- süßlichere Teige
- weniger Kruste, weniger „Biss“
- längere Haltbarkeit durch Zusätze
Ein richtig knuspriges Brötchen oder ein echtes Baguette nach deutscher Art findet man eher selten – und wenn, dann meist in spezialisierten Bäckereien oder europäischen Shops in größeren Städten.
Die Sache mit dem Brot: Wir leben nun seit mehr als 15 Jahren in Kanada, und auf unseren Roadtrips gilt bei uns eine feste Regel: Immer wenn wir einen Bäcker entdecken, der europäisches Brot anbietet, wird nicht lange überlegt – dann wird auf Vorrat gekauft.
So auch auf einer unserer Reisen, als wir im kleinen Ort die Lac La Hache Bakery entdeckten.
Am Ende sind wir mit fünf Broten aus dem Laden spaziert. Die beiden Verkäuferinnen haben uns etwas verwundert angeschaut, während wir gefühlt die halbe Auswahl an „deutschem Brot“ eingepackt haben. Wir waren bestimmt nicht die ersten Europäer, die dort kurzfristig in Euphorie verfallen sind, weil sie plötzlich echtes Brot vor sich hatten.
Wo schnapp ich mir Bier und Wein für den Camping-Trip?
Alkohol gibt’s in den sogenannten “Liquor Stores”, meistens direkt neben den großen Supermärkten, damit der Kanadier beim Bierholen auch gleich noch die Chips mitnimmt.
Farmer's Markets - wo es Frisches Obst und Gemüse zum Nachkaufen gibt
- Frisches Obst & Gemüse: Perfekt für den Grill oder als Snack.
- Lokale Spezialitäten: Handgemachte Saucen und Marmeladen, die du sonst nirgends findest.
- Frisches Brot & Gebäck: Kleine Bäckereien bieten köstlichstes Brot.
- Käse, Wurst & Fleisch: Handgemachte Käsesorten und frisches, lokales Grillfleisch.
- Nachhaltig & lokal: Unterstütze kleine Bauern und erhalte Top-Qualität.
Hinweis: Viele Märkte akzeptieren nur Bargeld, also sicherheitshalber etwas dabei haben!
Weitere Einkaufsmöglichkeiten und Tipps
- Canadian Tire
- Ideal für Campingbedarf und Outdoor-Ausrüstung. Hier kannst du auch das Bärspray kaufen.
- Cabela’s und Bass Pro Shops
- Diese beiden Outdoor-Riesen bieten alles von Jagd- und Anglerzubehör bis hin zu Camping- und Sicherheitsprodukten.
- Dollarama / The Dollar Store
- Hier findet man günstige Einzelartikel für die Küche (Teller, Tassen etc.), aber auch Reinigungsmittel wie Spüllappen, Spülschwämme, Spülmittel und kleinere Portionen Haushaltsprodukte wie Öl, Gewürze, Waschmittel und Küchenrolle.
- Bulk Barn
- Perfekt, wenn du deine Snacks selbst mischen möchtest – von Schokolade bis Trockenfrüchte, du kannst dir deine eigenen Trail-Mix-Kombos zusammenstellen und im Handumdrehen den perfekten Lagerfeuer-Snack kreieren.
Ich reise auch in die USA: Wie ist es mit der Einfuhr von Lebensmitteln?
Beim Grenzübertritt in die USA und auch zurück nach Kanada gelten klare Einfuhrregeln, die man besser nicht auf die leichte Schulter nimmt.
Grundsätzlich gilt: Alles, was frisch, unverarbeitet oder „nass“ ist – also zum Beispiel Obst, Gemüse oder Fleisch – ist entweder komplett verboten oder je nach Produkt nur eingeschränkt erlaubt.
Solche Lebensmittel müssen in jedem Fall deklariert werden. Anschließend entscheiden die Grenzbeamten, ob sie erlaubt sind oder eingezogen und vernichtet werden.
Die genauen Ausnahmen sind ziemlich umfangreich und je nach Produkt, Herkunft und aktueller Regelung auch kompliziert.
Statt sich durch lange Listen zu kämpfen, ist es im Zweifel am einfachsten, auf Nummer sicher zu gehen und solche Lebensmittel gar nicht erst mitzunehmen, sondern erst im jeweiligen Land zu kaufen.
Für die aktuellen Regelungen für die USA findest du hier eine offizielle Übersicht: >> hier <<
Nach der Reise: Lebensmittel und Camping-Artikel übrig?
Am Ende einer Wohnmobilreise sammelt sich oft mehr an, als man ursprünglich gedacht hätte – Lebensmittel, Campingzubehör oder kleine Alltagshelfer, die unterwegs nützlich waren.
Bevor bei der Rückgabe alles im Müll landet, lohnt es sich oft, kurz zu überlegen, was vielleicht noch jemand anderes gebrauchen kann.
Verschenken statt verkaufen
Viele Camper freuen sich riesig über Dinge, die du selbst nicht mehr brauchst – besonders Reisende, die ihre Tour gerade erst beginnen.
Gerade auf den letzten Campgrounds deiner Reise kannst du ruhig einfach mal deine Nachbarn ansprechen. Oft entstehen daraus sogar nette Gespräche.
Besonders dankbar sind junge Backpacker in älteren Vans und Dauercamper.
Die Dauercamper erkennt man meist schnell: ältere Wohnmobile und jede Menge Camping-Extras, die draußen aufgebaut sind.
Und ehrlich gesagt: Jemandem eine Freude zu machen, fühlt sich am Ende meistens schöner an, als für eine angebrochene Packung Grillkohle oder ein paar Campingartikel noch ein paar Dollar zu verlangen ❤️
Was du besser entsorgen solltest
Bei offenen oder bereits benutzten Lebensmitteln wird es allerdings schwierig. Dinge, die schon geöffnet wurden oder mit Besteck in Berührung kamen, möchte keiner übernehmen.
Dazu gehören zum Beispiel:
- offene Marmelade
- Peanut Butter
- Butterdosen
- angebrochene Saucen, wie Ketchup oder Senf
- offene Mehl-, Reis- oder Nudeltüten
Am besten entsorgst du solche Sachen bereits unterwegs und nicht erst bei der Wohnmobil-Rückgabe.
Geschlossene und haltbare Lebensmittel kannst du dagegen oft beim Vermieter lassen. Viele Stationen spenden diese an Food Banks – vergleichbar mit der Tafel in Deutschland.
Warum das wichtig ist
Offene Lebensmittel werden im Sommer schnell zum Problem. Sie ziehen Fliegen, Ameisen oder Mäuse an.
Ich selbst habe viele Jahre in der Wohnmobilbranche in Calgary gearbeitet und war jedes Jahr überrascht, was alles in den Regalen zurückgelassen wurde – von offenen Reispackungen bis hin zu halben Kühlschrankinhalten.
ALLES Offene und ALLES Verderbliche solltest du vor der Wohnmobil-Abgabe entsorgen.
Es gibt bei den Wohnmobilvermietern keine Kühlschränke, und im Sommer wird alles innerhalb kürzester Zeit unbrauchbar.